Priesterweihe

Das Sakrament der Weihe ist in der römisch-katholischen Kirche in drei Stufungen gegliedert: die Diakonen-, die Priester- und die Bischofsweihe. Die Priesteramtskandidaten haben sich in einem (mindestens) fünfjährigen Philosophie- und Theologiestudium, eine vertiefende Ausbildung im Priesterseminar sowie als Praktikanten und Diakone in einer Gemeinde des Bistums zwei Jahre auf die Priesterweihe vorzubereiten.
Sie findet für gewöhnlich in der Bischofskirche der Diözese statt, dem Hohen Dom zu Augsburg – zumeist um das Hochfest der beiden Apostelfürsten Peter und Paul. Die Priesterweihe beginnt in der Eucharistiefeier nach dem Evangelium und hat folgende Gliederung: Aufruf der Kandidaten, kurze Ansprache des Bischofs zu den Aufgaben des Priesters (griech. Presbyter), Gehorsamsversprechen, Herabrufung des heiligen Geistes in der Allerheiligenlitanei, Handauflegung des Bischofs und aller anwesenden Priester sowie das Weihegebet. Zu den nachfolgenden "ausdeutenden Zeichen" im Weiheritus gehören das Anlegen der priesterlichen Gewänder, die Salbung der Hände, die Überreichung von Kelch und Patene (Hostienschale) sowie der Friedensgruß. Die heilige Messe konzelebrieren die Neupriester dann mit dem Bischof.
In der Woche nach der Priesterweihe feiern die Neugeweihten in der "Primiz" (von lat. primus = der erste) ihre erste Eucharistie in der Heimatgemeinde. Dort spenden sie ihren Primizsegen, der in der Volksfrömmigkeit als ein besonders wertvoller Segen angesehen wird. Einige Zeit nach der Priesterweihe treten die jungen Geistlichen ihre erste Kaplansstelle in einer Gemeinde des Bistums an.

Auszüge aus: www.kirchensite.de