Beichte


Bei der heutigen Form der Beichte betritt der Beichtende den Beichtstuhl oder das Beichtzimmer und wird vom Priester begrüßt; er bekennt und bereut seine Sünden und führt mit dem Geistlichen ein Beichtgespräch, in dem der Christ ein Bußwerk für seine Sünden als Genugtuung übernimmt. Der Priester erteilt die (sakramentale) Lossprechung.

 

Im Lauf der Kirchengeschichte entwickelten sich unterschiedliche Bußverfahren: Schon die Urgemeinde kannte die Praxis der Exkommunikation für eine bestimmte Zeit. Zur Vergebung alltäglicher Fehler hielt man Gebet, Fasten und Almosen für ausreichend.
"Kapitalsünden" wie Glaubensabfall, Mord oder Ehebruch wurden mit einer öffentlichen Buße belegt, das heißt die Büßer wurden von der Eucharistiefeier ausgeschlossen. Die Wiederaufnahme in die Gemeinde geschah meist am Gründonnerstag.
Später entwickelten sich andere Bußverfahren mit leichteren Bußwerken. Seit dem 16. Jahrhundert verlegte man die Beichte vom Altar weg in den Beichtstuhl.
Eine weitere Form der Buße sind Bußandachten ohne die sakramentale Lossprechung; sie werden gerade vor den großen kirchlichen Festen gehalten.

 

Quelle: www.kirchensite.de