Kostüme für Jedermann

aktion hoffnung - zum ersten Mal Secondhand-Faschingsmarkt im Pfarrheim

Die aktion hoffnung ist im Januar mit ihren Secondhand-Faschingsmärkten in ganz Bayern unterwegs und veranstaltet insgesamt 60 Märkte. Dabei präsentiert sie in Kooperation mit Pfarrgemeinden, Verbänden und Kindertagesstätten ein großes Sortiment an Faschingskostümen. Alle Reinerlöse kommen Entwicklungsprojekten weltweit zugute. 

(von links: Elfriede Reiser, Pfarrer Dr. Ulrich Lindl, Aufsichtsratsvorsitzender der "aktion hoffnung" und Gregor Uhl, Geschäftsführer der "aktion Hoffnung".

Sie kommen in einem vollbeladenen Lkw: hunderte Faschingskostüme, die von der "aktion hoffnung" auf mehreren Secondhand-Faschingsmärkten in der Region angeboten werden. Am Donnerstag (11. Januar) kam der Kostümfundus nach Westendorf; im Pfarrheim von Sankt Georg fanden die neun großen Kleiderstangen Platz. Mit dem restlichen Equipment des Lkw - Garderobenspiegel, mobilen Umkleidekabinen und Tischen mit Accessoires war alles geboten, was kleine und große Faschingsnarren begeistert. "Ich finde es großartig, dass die gebrauchte - und noch gut erhaltene Kleidung - hier noch einmal Verwendung findet", erklärt eine Mutter, bevor sie ihrer sechsjährigen Tochter ein Prinzessinenkostüm aus dem Fundus zieht. Elfriede Reiser, Leiterin des katholischen Kindergartens in Westendorf und Mitorganisatorin, freute sich über die unkomplizierte Durchführung des Marktes: "Alles war schon vorbereitet, beim Equipment wurde von aktion hoffnung schon an alles gedacht, der Lkw bringt alles mit. Von der Kasse bis zum Garderobenspiegel. Und die Kleidung ist in einem super Zustand. Wir sind begeistert."

Seit inzwischen 16 Jahren gibt es die Faschingsmärkte der aktion hoffnung. "In diesem Jahr ist die Faschingszeit sehr kurz und das ist eine große Herausforderung für unsere Logistik", erklärt Gregor Uhl, Geschäftsführer der aktion hoffnung. Er ist froh über das große ehrenamtliche Engagement in den Orten. "Zehn unserer Märkte laufen inzwischen komplett eigenständig, wir fahren nur noch in den Lkw dorthin." Die Partner der aktion hoffnung - darunter katholische Jugend- und Erwachsenenverbände sowie katholische Schulen und Kindergärten, seien alle mit Begeisterung dabei. Manche veranstalteten den Faschingsmarkt nur alle zwei Jahre, dann habe sein Team wieder mehr Zeit Akquise, schildert Gregor Uhl.

 

Bereits ab Oktober geht es los im Standort in Ettringen: mehrere hundert Ehrenamtliche nehmen die in den Containern der aktion hoffnung eigens gesammelte Kleidung genau unter die Lupe. 250 000 Tonnen Kleidung werden im Ettringer Betrieb sortiert, große Mengen gehen aber auch an andere Sortierbetriebe, allerdings mit einer Bitte seitens aktion hoffnung: Faschings- und Trachtenmode möchte man wieder zurückkaufen. Wieder im Werk gehen diese Kleidungsstücke nochmals durch eine Kontrolle und dann werden die Kleiderständer für die Secondhandmärkte damit bestückt.

In Westendorf fand der Faschings-Secondhandmarkt zum ersten Mal statt. Elfriede Reiser bringt die Motivation aller vor Ort Beteiligten auf den Punkt: "Wir wollten gerade auch den Kindern das Teilen näherbringen und den Wert gebrauchter Kleidung vermitteln und damit noch Gutes zu tun." aktion hoffnung unterstützt seit mehr als 30 Jahren Entwicklungsprojekte in Afrika, Lateinamerika, Asien und Osteuropa durch finanzielle Hilfen, direkte Hilfsgütertransporte und den fairen Handel. Im Jahr 2016 hat sie mit 328.000 Euro aus Verkaufserlösen, Spenden und Drittmitteln Entwicklungsprojekte in 27 Ländern unterstützt. Außerdem wurden dringend benötigte Hilfsgüter im Wert von 96.500 Euro direkt an Projektpartner weltweit versendet. Pfarrer Dr. Ulrich Lindl, Aufsichtsratsvorsitzender der aktion hoffnung, besuchte kürzlich ein Flüchtlingscamp in Syrien. Mit den durch den Kostümverkauf eingenommenen Geldern unterstützt aktion hoffnung die dortige Schulbildung. "Fasching bringt Lebensfreude. Hier, aber auch dort, wo dringend finanzielle Hilfe nötig ist."